Lehrveranstaltungen: Was sind?
Lehrveranstaltungen

Diese Seite beschreibt verschiedene Typen von Lehrveranstaltungen und enthält auch Hinweise, die Ihnen helfen sollen, erfolgreich an solchen Lehrveranstaltungen teilzunehmen. In konkreten Fällen kann von den hier gegebenen Richtlinien abgewichen werden.

Seminare

Im Seminar sorgen die Studierenden für die Unterhaltung! Jeder Termin des Seminars beinhaltet einen Vortrag eines Teilnehmers und eine sich daran anschließende Diskussion über den Inhalt des Vortrags und den Vortrag selbst.

Wozu dient ein Seminar?
Was müssen Sie tun?
Was ist ein guter Vortrag?
Was ist ein guter Zuhörer?
Wo bekommen Sie Hilfe?
Was ist ein sinnvoller Zeitplan?

Wozu dient ein Seminar?

Ein Seminar bietet natürlich die Möglichkeit, einen Seminarschein zu erwerben. Darüber hinaus können Sie folgende Lernziele verfolgen: Ein Seminar beschäftigt sich über ein ganzes Semester mit einem eng begrenzten Gebiet und kann Ihnen deswegen eine Gelegenheit bieten, auf diesem Gebiet zum Kenner oder sogar zum Experten zu werden. Typischerweise werden Ergebnisse behandelt, die erst wenige Jahre alt sind und zu den besten bekannten Ergebnissen auf dem Gebiet gehören. Sie werden stellenweise erkennen können, wo die derzeitige Forschungsfront verläuft, und werden vielleicht sogar dazu inspiriert, Ihre Kräfte mit einem offenen Problem zu messen.

Originalliteratur, wissenschaftliche Beiträge aus Tagungsbänden oder Fachzeitschriften, liest sich anders als Lehrbücher. Sie können sich nicht wie bei einem guten Lehrbuch mehr oder weniger darauf verlassen, dass alles, was Sie lesen, relevant, interessant, vollständig, verständlich oder sogar auch nur korrekt ist. Deswegen müssen Sie kritisch lesen, Wichtiges von Unwichtigem trennen, weitere benötigte Literaturquellen aufsuchen, Fehlendes ergänzen usw. Das kann eine spannende Aufgabe sein.

Die Fähigkeit, sich anderen mündlich oder schriftlich effektiv mitzuteilen, kann Ihnen bei den vielfältigsten späteren Tätigkeiten von großem Nutzen sein. Trotzdem wird dieser Aspekt in Ihrem Studium nicht betont. Nutzen Sie die Gelegenheit eines Seminars, Kommunikation zu üben! Entwickeln Sie den Ehrgeiz, eine klaren, verständlichen, vielleicht sogar lehrreichen und unterhaltsamen Vortrag zu halten.

Was müssen Sie tun?

Die Voraussetzungen für die Vergabe eines Seminarscheins können von Seminar zu Seminar verschieden sein, beinhalten aber typischerweise: Der Vortrag soll eine Dauer von etwa 60 Minuten haben. Einige Themen können von zwei Teilnehmern gemeinsam behandelt werden - diese sollten dann zusammen einen Vortrag von etwa 90 Minuten halten. Der Vortrag sollte gewisse Mindestanforderungen erfüllen, was Inhalt und Verständlichkeit betrifft. Hält der Dozent einen Vortrag für ungenügend, kann eine Wiederholung erlaubt werden, wenn dies zeitlich möglich ist (d.h. wenn noch Termine frei sind).

Die kurze Zusammenfassung soll etwa 1-3 Seiten umfassen und eine Woche vor dem Vortrag an die Seminarteilnehmer ausgeteilt werden. Sie sollte nur die wichtigsten Elemente des Vortrags beinhalten, etwa Definitionen, die wichtigsten Sätze und vielleicht Figuren und Beispiele. Sie soll den anderen Teilnehmern ermöglichen, sich auf den Vortrag vorzubereiten und Definitionen und Ergebnisse aus Ihren Artikeln in ihren eigenen Vorträgen zu benutzen. Die Kurzfassung sollte kurz (daher der Name) und klar sein und muss vor dem Austeilen vom Dozenten oder einem anderen Seminarbetreuer abgesegnet werden.

Der längere Aufsatz soll die Form eines wissenschaftliches Artikels und eine Länge von etwa 7-15 Seiten haben und soll ebenfalls an die anderen Teilnehmer ausgeteilt werden. Auch der längere Aufsatz muss einem Seminarbetreuer vor dem Austeilen vorgelegt und danach gegebenenfalls überarbeitet werden.

Es sollte die Regel sein, das jeder Teilnehmer eines Seminars zu jedem Termin kommt. Natürlich können Sie mal aussetzen, wenn Sie krank sind oder wirklich wichtige Verpflichtungen anderswo haben. Es ist aber nicht akzeptabel (und auch nicht nett den Kollegen gegenüber), nur zum eigenen Vortrag zu erscheinen.

Was ist ein guter Vortrag?

Ein guter Vortrag ist ein Vortrag, der sich an den Zuhörern orientiert; an ihren Wünschen und Bedürfnissen, ihrem Vorwissen, ihrer Aufnahmefähigkeit. Ihre Zuhörer möchten an Ihrem Wissen teilhaben, etwas lernen, schöne Zusammenhänge erkennen und, wenn es geht, gut unterhalten werden.

Was ist ein guter Zuhörer?

Ein guter Zuhörer ist vor allem jemand, der zuhört, vernünftige Zwischenfragen stellt und sich rege an der anschließenden Diskussion beteiligt. Um gut vorbereitet zu sein, sollten Sie die entsprechende Ausarbeitung vor jedem Vortrag lesen oder zumindest überfliegen.

Wo bekommen Sie Hilfe?

Der Dozent und seine Mitarbeiter können Ihnen bei technischen Problemen sowie Fragen der Stoffauswahl und der Vortragstechnik beistehen. Selbst wenn Sie meinen, keinerlei Probleme mit dem Stoff zu haben, sollten Sie zu auf jeden Fall den Dozenten oder den Mitarbeiter zu Rate ziehen, bevor Sie sich tief in die Vorbereitungen stürzen - oft ist die Kurzdefinition eines Vortrags unvollständig und muss mündlich präzisiert werden. Möchten Sie schwierige technische Fragen zu Ihrem Artikel in einer Vorbesprechung erörtern, lohnt es sich, wenn Sie Ihre Fragen dem Gesprächspartner 1-2 Tage vor der Vorbesprechung mitteilen (z.B. über Email) - erwarten Sie nicht, dass der Dozent alle Artikel auswendig kennt oder sich in 10 Sekunden hineinarbeiten kann.

Haben Sie keine Angst, technische Fragen zu stellen oder zu prüfen, ob Ihr Verständnis mit dem des Dozenten übereinstimmt. Originalarbeiten sind keine Lehrbücher, und es ist keine Schande, Teile nicht zu verstehen - Unverstandenes im Vortrag einfach nachzuplappern schon.

Achten Sie bei anderen Vorträgen darauf, was einen Vortrag gut bzw. schlecht macht, und versuchen Sie, sich daran zu erinnern, wenn Ihr eigener Vortrag ansteht. Ein probates Mittel, zu einem sehr viel besseren Vortrag zu kommen, ist, einen Probevortrag vor Kollegen z.B. aus dem Seminar zu halten. Man sollte den Probevortrag ernst nehmen und unter realistischen Bedingungen durchführen, insbesondere unter Berücksichtigung der Zeitbeschränkung, man sollte offen für berechtigte Kritik sein (und Zuhörer haben, die sich trauen, berechtigte Kritik zu äußern), und man sollte genügend Zeit nach dem Probevortrag lassen, um vor dem eigentlichen Vortrag auch tatsächlich Änderungen vornehmen zu können.

Was ist ein sinnvoller Zeitplan?

Es kann gar nicht genug betont werden, wie wichtig es ist, das Seminar ernst zu nehmen und rechtzeitig mit den Vorbereitungen anzufangen. In jedem Seminar scheitern Teilnehmer allein deswegen, weil sie zu wenig Zeit einplanen und drei Tage mehr gebraucht hätten. Jetzt sind Sie gewarnt!