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Lis Paradoxa-Tagebuch

Ich möchte diese Rubrik eröffnen, weil ich mein Paradoxa-Weibchen sich gehäutet hat und ich einige Beobachtungen gemacht habe, die ich mal vermerken möchte, welche aber noch durch weitere Beobachtungen dieser Art Bestätigung finden müssen, um sie hochoffiziell in die Mantidenbeschreibung aufzunehmen.

Häutung

Heute ist Mittwoch. Etwa Sonntag Nachmittag/Abend ist mir aufgefallen, dass das Weibchen extrem inaktiv wurde und ihren Standort seitdem nicht mehr gewechselt hat. Das Weibchen verhielt sich bisher insgesamt inaktiver als das Männchen. Seit Sonntag wurde das Weibchen zunehmend brauner, obwohl es eigentlich komplett grünlich ist. Irgendwie sah es falsch aus. =)

Update: Auch beim zweiten Weibchen konnte ich das gleiche beobachten: Ihr Standort hat sich tagelang nicht mehr verändert, die grüne Farbe wurde zunehmend bräunlich, Futter wurde kaum bis gar nicht angerührt. Hinzuzufügen ist, dass man vorher schon deutlich Flügelansätze erkennen konnte.
Mein Männchen hat auch sehr deutliche Flügelansätze und ist auch wesentlich inaktiver als sonst. Ich rechne schon seit Tagen mit einer Häutung.

Trotzdem stellten wir Mutmaßungen auf, dass es sich evtl. bald häutet und man vielleicht das neue, nun braune Exoskelett durchscheinen sieht. Wir nahmen einfach an, dass sie nach der nächsten Hätung braun sein könnte, da ich sie nicht in grüner Umgebung gehalten habe, sondern nur inmitten trockener Äste aus dem Wald, die ja bekanntlich braun sind. Grün werden sie wohl ausserdem, wenn man sie feuchter als gewöhnlich hält. Um welchen Grad dieser Feuchtigkeitsanstieg geschehen soll, habe ich bisher nichts herausgefunden. Meine Wohnung ist allgemein aber sehr feucht und setzt im Winter gerne Schimmel an. Momentan ist November. =) Die Luftfeuchtigkeit betrug im Terrarium laut Hygrometer 80% Luftfeuchtigkeit. Eigentlich viel zu hoch, weshalb ich mir nun auch einen Raumentfeuchter zugelegt habe, um dies zu regulieren (natürlich auch um Schimmel vorzubeugen).
Nun, wenige Stunden nach unseren Mutmaßungen, ging die Häutung vonstatten. Ich gehe also davon aus, dass die Paradoxa sich vor der Häutung verfärbt - und zwar dunkel. Ausserdem gehe ich davon aus, dass die Umgebung evtl. nicht betont grün gehalten werden muss, sondern die Farbe durch hohe Luftfeuchtigkeit gehalten werden könnte - meine Paradoxa ist wunderschön knatschgrün. Schöner als zu dem Zeitpunkt, an dem ich sie bekommen habe.

Update: Weibchen Nummer 2 ist deutlich dunkler nach der Imaginalhäutung. Es ist zwar immernoch grün - allerdings sehr dunkelgrün - und weißt einmige dunkle, braune Stellen auf. Auch recht hübsch. ;) Die Luft ist bei mir mittlerweile anscheinend nicht mehr feucht genug (im Terrarium), weswegen ich mittlerweile sehr häufig sprühe.

Stadium

Der Händler, von dem ich die Paradoxa gekauft habe, teilte mir mit, dass sie sich in L4-L5 befände. Da bei den Weibchen 7 Häutungen zu erwarten sind und ich mir ziemlich sicher bin, dass meine Paradoxa noch nicht adult sein kann, da ich erst Sonntag ein adultes Tier sichten konnte, schätze ich sie nun auf L6 - also subadult. Das geht mit meinen Quellen gut einher, da sich heute die wunderschönen, langen Flügel gebildet haben (ich hoffe ich kann morgen Fotos machen!), die in den Beschreibungen ab L6 auftauchen. Nun bin ich gespannt, wie lange es noch bis zur nächsten Häutung dauert. =)

Update: Mittlerweile weiß ich, dass die Tiere, sobald sie Flügel haben, adult sind!

Was mich noch interessiert

Ich habe gelesen, dass die Oothekablage quasi soetwas wie die Menstruation bei Menschen ist. Das heißt: Es muss halt einfach raus und die Ablage erfolgt in verschiedenen Abständen, auch ohne Verpaarung. Die Oothek ist dann lediglich unbefruchtet. Es gibt einige Mantidenarten, die sich auch parthenogenetisch fortpflanzen können, das heißt, es können Tiere aus der unbefruchteten Oothek schlüpfen. Bei der Phyllocrania paradoxa soll dies nicht der Fall sein.
Ich möchte nun schauen, ob eine Oothekablage auch ohne Verpaarung erfolgt. Erste Resultate sollten in etwa 3 Wochen vorhanden sein. Zudem werde ich solche Ootheken in Zukunft trotzdem zeitigen - erstens, weil ich es mir so zurechtbiege, dass es keinen zusätzlichen Aufwand bedeutet, zweitens, um sicherzugehen, dass Parthenogenese hier wirklich auszuschließen ist. Allerdings galt die Sphodromantis viridis auch nicht zu den Arten, bei denen dies möglich ist und es wird na manchen Stellen behauptet, dass es schon Tiere im adulten Stadium gibt, die genau dies widerlegen. Einfach mal schaun...